Neue Karfreitag-Regelung

Anspruch auf einen freien Karfreitag hatten bislang nur Angehörige der Evangelischen, der Altkatholischen und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der Diskriminierungsvorwurf des Europäischen Gerichtshofes führte dazu, dass dieser Anspruch auf den freien Karfreitag vom Gesetzgeber aufgehoben wurde.

Was hat sich geändert?

  1. Der gesetzliche Anspruch auf den freien Karfreitag für bestimmte Kirchen wurde gestrichen.
  2. Im Gegenzug können Arbeitnehmer den Zeitpunkt eines Urlaubstags pro Arbeitsjahr einseitig bestimmen. Dieser persönliche Feiertag muss mindestens 3 Monate im Vorhinein schriftlich bekannt gegeben werden.
  3. Wir der Arbeitnehmer ersucht trotzdem zur Arbeit zu erscheinen, kann er wählen, ob er den Urlaubsantritt wahrnimmt oder zur Arbeit erscheint.

Folgen beim Arbeitsantritt:

  • Anspruch auf doppeltes Entgelt.
  • Urlaubstag gilt als nicht verbraucht und der Urlaubsanspruch bleibt unverändert.
  • Recht auf einen Tag mit einseitigem Urlaubsantritt gilt für dieses Jahr als konsumiert und es kann kein weiterer persönlicher Feiertag in Anspruch genommen werden.

Folgen beim Urlaubsantritt:

  • Arbeitgeber kann Urlaubsantritt nicht ablehnen, auch dann nicht, wenn die Arbeitsleistung des Mitarbeiters für den Betrieb erforderlich ist.
  • Arbeitgeber kann Urlaubsantritt nicht ablehnen, auch dann nicht, wenn die Arbeitsleistung des Mitarbeiters für den Betrieb erforderlich ist.

Achtung: Die Neuregelung legt außerdem fest, dass konfessionsgebundene Sonderbestimmungen unwirksam und künftig unzulässig sind.

Die Wirtschaftskammer stellt auf www.wko.at („Karfreitag 2019“) Informationen und Musterschreiben zur Verfügung.

Neue Meldepflichten ab 1.1.2019

Neue Meldepflichten ab 1.1.2019

1.1. Überblick

Durch die Einführung der mBGM (monatliche Beitragsgrundlagenmeldung) wird das gesamte Melde- und Abrechnungssystem reformiert. Durch die mBGM erfolgt nicht nur die Beitragsabrechnung, sondern auch größtenteils die Wartung des Versicherungsverlaufs. Ab 1. 1. 2019 entfallen folgende Meldungen:

• Mindestangaben-Anmeldung,
• Beitragsnachweisung,
• Lohnzettel SV,
• Sonderzahlungsmeldung,
• Lohnänderungsmeldung,
• Meldung zum BV-Beitrag,
• Meldung zum Service-Entgelt,
• Meldung zum verminderten AlV-Beitrag.

Die neuen Meldungen ab 1. 1. 2019 bestehen aus:

• Versichertenmeldung und
• mBGM.

Die Versichertenmeldung dient der An- und Abmeldung, der Wartung der personenbezogenen Versicherungsverläufe und der Bekanntgabe der Adresse des Dienstnehmers. Folgende Versicherungsmeldungen stehen ab 1. 1. 2019 zur Verfügung:

• Versicherungsnummer Anforderung,
• Vor-Ort-Anmeldung (per Telefax oder Telefon),
• Anmeldung fallweise Beschäftigter (samt Storno),
• Anmeldung (samt Storno und Richtigstellung),
• Abmeldung (samt Storno und Richtigstellung),
• Änderungsmeldung und
• Adressmeldung Versicherter.

Die mBGM dient der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen/Nebenbeiträge und des Beitrags zur betrieblichen Mitarbeitervorsorge. Weitgehend werden damit aber auch die Versicherungsverläufe gewartet, weswegen die meisten Änderungsmeldungen entfallen. Folgende Arten der mBGM stehen ab 1. 1. 2019 zur Verfügung:

• mBGM für den Regelfall, für Beschäftigungsverhältnisse, die für mindestens einen Monat oder länger vereinbart wurden (samt Storno);
• mBGM für fallweise Beschäftigte (samt Storno);
• mBGM für kürzer als einen Monat vereinbarte Beschäftigung (samt Storno).

1.2. Änderungsmeldungen

Mit 1. 1. 2019 entfallen viele Änderungsmeldungen, da die nötigen Informationen der mBGM zu entnehmen sind. Änderungen sind innerhalb von sieben Tagen zu melden. Aufgrund des Gesetzes auf jeden Fall zu melden ist der Übertritt von der Abfertigung „alt“ zur Abfertigung nach dem BMSVG. Der Wechsel von Teil- zu Vollver¬sicherung kann mittels Änderungs-meldung vorgenommen werden, solange keine mBGM vorliegt. Personenstands-änderungen muss der Dienstgeber ab 1. 1. 2019 nicht mehr melden. Adress¬änderungen dürfen nicht mit Änderungsmeldung, sondern nur mit einer eigenen Meldung vorgenommen werden. Änderungsmeldungen dürfen nicht storniert werden, Korrekturen erfolgen durch eine weitere Änderungsmeldung.

1.3. Neue reduzierte Anmeldung

Die Anmeldeverpflichtung erfolgt ab 1. 1. 2019 in zwei Schritten, und zwar zunächst durch die elektronische (Ausnahme: Vor-Ort-Anmeldung) Erstattung der reduzierten Anmeldung vor Arbeitsbeginn durch Bekanntgabe

• der Beitragskontonummer, der Namen und Versicherungsnummern bzw der Geburtsdaten der beschäftigten Personen, des Tages der Beschäftigungsaufnahme, des Vorliegens einer Voll- oder Teilversicherung, des Beschäftigungsbereichs (Arbeiter, Angestellter usw), des Beginns der betrieblichen Vorsorge, des Vorliegens eines freien Dienstvertrags und
• der noch fehlenden Angaben mit der mBGM für jenen Beitragszeitraum, in dem die Beschäftigung aufgenommen wurde. Die erste mBGM bestätigt oder korrigiert die Anmeldung und schließt damit die Anmeldeverpflichtung erst ab. Änderungen im Versicherungsverlauf (zB Wechsel von Voll- auf Teilversicherung) oder Änderung der Tarifgruppe (zB Wechsel von Lehre auf Dienstverhältnis) erfolgen ab 2019 durch die mBGM ohne gesonderte Meldung des Dienstgebers. Tritt ein Dienstnehmer seine Beschäftigung nicht an, hat eine Stornierung der Meldung zu erfolgen.

Die Vor-Ort-Anmeldung (vormals Mindestangaben-Meldung) kann ausnahmsweise bei Unzumutbarkeit (zB wenn diese außerhalb der Öffnungszeiten des Steuerberaters oder durch eine Betriebsstätte ohne EDV zu erfolgen hat) oder wenn nachweislich ein wesentlicher Teil der Datenfernübertragungseinrichtung für längere Zeit ausgefallen war, mit Fax (Fax-Nr: 05 78 07 61) oder telefonisch (Tel-Nr: 05 78 07 60), für fallweise Beschäftigte zusätzlich mit der ELDA-App erfolgen. Die Vor-Ort-Anmeldung dient ab 1. 1. 2019 dem Beweis der rechtzeitigen Anmeldung gegenüber der Finanzpolizei. Eine elektronische Anmeldung ist innerhalb von sieben Tagen nachzureichen; sonst liegt eine Meldepflichtverletzung vor.

1.4. Meldung der monatlichen Beitragsgrundlagen

Ab 1. 1. 2019 müssen die Beitragsgrundlagen jedes Dienstnehmers monatlich gemeldet werden (mBGM). Die mBGM für den Regelfall und für kürzer als einen Monat vereinbarte Beschäftigungsverhältnisse ist für Selbstabrechner bis zum 15. nach Ablauf jedes Beitragszeitraums zu erstatten. Bei Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nach dem des Eintrittsmonats ist die mBGM bis zum 15. des übernächsten Monats zu erstatten. Für Vorschreibebetriebe ist die mBGM bis zum 7. des Monats zu erstatten, der dem Monat der Anmeldung oder der Änderung der Beitragsgrundlage folgt.

Mit der mBGM für fallweise Beschäftigte wird ebenfalls die Anmeldung vervollständigt und abgeschlossen und ersetzt die innerhalb von sieben Tagen nach dem Ende des Kalendermonats zu erstattende kombinierte An- und Abmeldung, allerdings nur dann, wenn die mBGM inklusive der Versicherungstage bis zum 7. des Folgemonats gemeldet wird. Zulässig wäre auch die Meldung der einzelnen Versicherungstage bis zum 7. des Folgemonats und die mBGM bis zum 15. des Folgemonats (bzw bei Beginn der Beschäftigung nach dem 15. bis zum 15. des übernächsten Monats). Im Selbstabrechnerverfahren (nicht im Vorschreibe¬verfahren) sind Berichtigungen der mBGM sanktions- und verzugszinsenfrei innerhalb von zwölf Monaten möglich.

Familienbonus Plus ab 01.01.2019

Es handelt sich hierbei um einen Absetzbetrag von der Einkommensteuer, welcher direkt die Einkommensteuer reduziert. Es kommt also nicht wie bei Freibeträgen oder außergewöhnlichen Belastungen zu einer Kürzung der Steuerbemessungsgrundlage.

Durch den Familienbonus entfallen die Absetzung von Kinderbetreuungskosten und der Kinderfreibetrag als außergewöhnliche Belastung.

Antragstellung:

  • Berücksichtigung über die Lohnverrechnung mittels Formular E30. Dienstgeber muss aufgrund Ihrer Nachweise sicher sein, dass alle Voraussetzungen für den Bezug vorliegen.
    • Berücksichtigung in der Gehaltsverrechnung bedeutet für Sie daher mehr Aufwand hinsichtlich der vorzulegenden Nachweise und Bestätigungen.
    • Achtung: Hier kann nur der ganze oder der halbe Familienbonus Plus angekreuzt werden, da eine andere Aufteilungsvariante auf dem Formular nicht vorhanden ist!
  • Berücksichtigung in der Steuererklärung in der Beilage L1k.

Höhe:

  • Kinder bis 18 Jahre          €   125,00 pro Monat; à € 1500,00 pro Jahr
  • Kinder ab 18 Jahre           €     41,68 pro Monat; à  €  500,16 pro Jahr
    (ab dem Monat der auf den 18. Geburtstag folgt)

Achtung: Durch den Familienbonus Plus kann die Einkommensteuer nicht unter € 0,00 fallen und er wirkt sich auch nicht aus, wenn keine Einkommensteuer bezahlt wird. Folglich wird durch den Familienbonus Plus keine Negativsteuer erstattet!

Für Kinder im EU/EWR-Raum sowie der Schweiz wird der Familienbonus Plus indexiert. Das bedeutet, es findet eine Anpassung an das Preisniveau des Wohnsitzstaates statt. Für Kinder in Drittstaaten gibt es keinen Familienbonus Plus.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Familienbonus Plus:

  • Bezug von Familienbeihilfe: Der Familienbonus Plus steht ab dem Monat der Geburt zu. Erlischt der Anspruch auf Familienbeihilfe, so steht der Familienbonus Plus letztmalig für den Monat des letzten Bezuges zu.
    • Achtung beim Kindermehrbetrag: Die Familienbeihilfe muss für mehr als 6 Monate bezogen worden sein.
  • Aufenthalt des Kindes in Österreich, im EU/EWR-Raum oder der Schweiz.

Aufteilung des Familienbonus Plus zwischen den Eltern:

  1. Eltern leben in einem gemeinsamen Haushalt, Unterhaltsabsetzbetrag für das Kind steht nicht zu.
Bezieher der Familienbeihilfe Ehe-/Partner
Aufteilung Familienbonus Plus in % 100% 0%
0% 100%
50% 50%
  1. Getrennter Haushalt der Eltern, Unterhaltsabsetzbetrag für ein Kind steht zu.
Bezieher der Familienbeihilfe Unterhaltsverpflichteter
Aufteilung Familienbonus Plus in % 100% 0%
0% 100%
50% 50%
90% (für 2019-2021) 10% (für 2019-2021)
10% (für 2019-2021) 90% (für 2019-2021)

Informationen zur Aufteilung:

  • Ehe-/Partner ist jene Person, die mit dem Familienbeihilfenbezieher verheiratet ist, nach dem Eingetragene Partnerschaft-Gesetz verpartnert ist oder für mehr als sechs Monate in einer Lebensgemeinschaft lebt. Dabei muss es sich nicht zwingend um den anderen Elternteil des Kindes handeln.
  • Die beantragte Form des Familienbonus Plus kann, bei gleichbleibenden Familienverhältnissen, nur jahresweise erfolgen.
  • Die Aufteilung kann für jedes Kind gesondert beantragt werden.
  • Für Monate in denen kein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, darf kein Familienbonus Plus berücksichtigt werden.
  • Die Aufteilung 90%:10% ist anzuwenden, wenn ein Elternteil überwiegend bis zum 10. Lebensjahr des Kindes die Kosten der Kinderbetreuung in Höhe von mind. € 1.000,00 trägt. Diesem Elternteil stehen die 90% zu.

Für gering verdienende Alleinverdiener bzw. Alleinerzieher besteht die Möglichkeit den Kindermehrbetrag in Anspruch zu nehmen:

  • Einkommensteuer liegt unter € 250,00 (pro Kind) und
  • der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag steht zu und
  • er handelt sich um ein Kind gem. § 106 Abs. 1 EStG.

Maximal können € 250,00 pro Kind erstattet werden. Dieser Höhe des Betrages errechnet sich aus der Differenz zwischen der anfallenden Einkommensteuer und € 250,00.

Bsp. 1 Kind und ESt 150,00€ à Kindermehrbetrag in Höhe von € 100 (250-150=100).

2 Kinder und ESt € 300,00 à Kindermehrbetrag in Höhe von € 200,00 (2×250=500-300=200)

Der Kindermehrbetrag steht nicht zu, wenn im Kalenderjahr mind. 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld/Notstandshilfe oder eine Leistung aus der Grundversorgung und Mindestsicherung bezogen wird.

Nützliche Links:

 

 

 

Einvernehmliche Auflösung im Krankenstand

Bis 30. Juni 2018 endet bei einvernehmlicher Auflösung während eines Krankenstandes die Entgeltfortzahlung jedenfalls mit dem Ende des Dienstverhältnisses und geht nicht über das Ende hinaus (wie es bei anderen Auflösungstatbeständen, wie z.B. Dienstgeberkündigung der Fall ist). Dies bedeutet, dass für Auflösungen bis zu diesem Stichtag während eines Krankenstandes das Krankenentgelt nicht weiterbezahlt werden muss. Diese Regelung entfällt ab 1. Juli 2018.

Nach neuer Rechtslage bleibt ab 1. Juli 2018 bei einer einvernehmlichen Auflösung während eines Krankenstandes oder im Hinblick auf eine Dienstverhinderung (zB bevorstehender Krankenhausaufenthalt) der Anspruch auf Entgeltfortzahlung auch über das Ende des Dienstverhältnisses hinaus bestehen. Das Dienstverhältnis endet zum angegebenen Zeitpunkt. Die Entgeltfortzahlung läuft jedoch bis zu jenem Datum weiter, zu welchem der Entgeltfort­zahlungsanspruch ausgeschöpft ist  oder der Krankenstand zu einem früheren Zeitpunkt beendet ist.

Beispiel:

1.7. Beginn Krankenstand eines Angestellten im ersten Dienstjahr
5.7. Einvernehmliche Auflösung + Ende des Arbeitsverhältnisses
5.11. Ende des Krankenstandes
8.9. Ende des Entgeltsfortzahlungsanspruches: 6 Wochen voll, 4 Wochen halb

Angleichung Arbeiter und Angestellte: Was ändert sich ab 1. Juli 2018?

Die neuen Bestimmungen für die Entgeltfortzahlung für Arbeiter und Angestellte bei Krankheit treten mit 1. Juli 2018 in Kraft, welche für Arbeitsverhältnisse, die nach dem Stichtag 30. Juni 2018 beginnen, anwendbar sind.

Ab diesem Zeitpunkt werden die Angestellten an das System der Arbeiter angeglichen. Es gelten die Regelungen betreffend Entgeltfortzahlung im Krankenstand für Arbeiter und Angestellte gleichermaßen.

Beispiel 1:

Ein Arbeitsjahr dauert von Mai bis Mai. Im Mai 2019 beginnt somit ein neues Arbeitsjahr nach dem Stichtag und die neue Regelung ist auf dieses Dienstverhältnis erst ab Mai 2019 anwendbar.

Beispiel 2:

Ein Arbeitsjahr dauert von August bis August. Im August 2018 beginnt somit ein neues Arbeitsjahr nach dem Stichtag und die neue Regelung ist auf dieses Dienstverhältnis ab August 2018 anwendbar.

Beispiel 3:

Ein neuer Dienstnehmer tritt bei Ihnen am 15. Juli ein. Für neue Dienstverhältnisse gilt sowieso ab 1.7. die neue Regelung.

 Was ist NEU?

  • Die Entgeltfortzahlungsfrist erhöht sich ab dem 2. Dienstjahr von bisher 6 auf 8 Wochen vollen Entgeltanspruch.
  • Entgeltfortzahlung über das Dienstverhältnis hinaus gilt nun neben der Dienstgeberkündigung/ unberechtigten Entlassung/berechtigtem Austritt auch bei einvernehmlicher Auflösung während eines laufenden Krankenstandes. Das Dienstverhältnis endet einvernehmlich mit sofortiger Wirkung, die Entgeltfortzahlung wird bis zum tatsächlichen Ende des Krankenstandes im Rahmen des noch offenen Anspruchs geleistet.

 

© Hübner & Hübner

Elektroauto – Vorteile für Unternehmen und Dienstnehmer


Unternehmersicht:

Vorteile bei der Nutzung von reinen Elektroautos:

  • Bei Anschaffungskosten bis zu brutto € 40.000,- Vorsteuerabzug möglich
    • § 12 Abs 2 Z 2a UstG
  • NoVA-Befreiung
    • § 3 Z 2 NoVAG
  • Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer
    • § 4 Abs 3 Z 6 VersStG
  • Förderungen, da Arbeitsbuch Oberlaa 2017, S 147 ff
  • Niedrigere Treibstoffkosten
  • Dienstnehmer werden vom Sachbezug befreit
    • § 4 Sachbezugswerte-VO

Ein wesentlicher Kostennachteil eines Elektroautos ist der wesentlich hohe Kaufpreis. Ob die oben angeführten Vorteile diesen Nachteil aufwiegen können, soll folgende Musterberechnung zeigen. Diese basiert auf den Preisen und Angeboten im September 2017.

Musterberechnung:

Der Fuhrpark unseres Beispielunternehmens verfügt über diverse Kompaktwagen. Diese werden von Außendienstmitarbeitern im regionalen Umkreis eingesetzt, wobei sich eine Jahreskilometerleistung von rund 15.000 km ergibt. Die Tageskilometerleistung liegt zwischen 50km und 200 km. Anzumerken ist, dass die Dienstnehmer ihre Fahrzeuge auch privat nutzen dürfen und das Unternehmen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist. Nun soll ein weiteres Fahrzeug angeschafft werden. Diese zwei Modelle stehen zur Auswahl:

  • VW e-Golf als reines E-KFZ, Reichweite bis zu 300km, 136PS/ 100 kW, CO
    2-Ausstoß: 0 g / km, Verbrauch: 127 wH / km, Brutto-Listenpreis EUR 38.690,–
  • VW Golf Comfortline (Benzin) 1,5 TSI, Schaltung, 130PS / 96 kW, CO
    2-Ausstoß: 113 g / km, Verbrauch: 4,8 l / 100 km, Brutto-Listenpreis EUR 26.023,-

Hierbei übersteigt der Listenpreis des e-Golfs jenen des Golf Comfortline um € 12.667,-.

Anschaffung VW e-Golf VW Golf Differenz
1) Kauf des Autos (Kosten brutto bei Händler inklusive USt und NoVA)
Listenpreis    € 38.690,-    € 26.023,-
Mobilitätsbonus – € 1.800,- €    0,-
Sonstiger Rabatt – € 2.290,- – € 3.723,-
Kaufpreis Brutto € 34.600,- € 22.300,- € 12.300,-
2) Minderung des Kaufpreises durch
Vorsteuerabzug – € 5.767,- € 0,-
Förderung Bund – € 1.500,- € 0,-
Anschaffungskosten € 27.333,- € 22.300,- € 5.033,-

Anmerkung: Das Elektroauto ist nun, nach Abzug der Vorsteuer und der Bundesförderung, in der Anschaffung nur noch um € 5.033,- teurer als der Golf Comfortline. Weiters möchten wir berechnen, ob diese übriggebliebenen Kosten des E-Autos im laufenden Betrieb kompensiert werden.

Jährliche Kosten VW e-Golf VW Golf Differenz
Unterschiede im jährlichen Aufwand
Abschreibung (Nutzungsdauer 8 J.) € 3.417,- € 2.788,- + €   629,-
Motorbez. VerSt befreit € 539,- – € 539,-
Treibstoff
1)
€ 318,- € 882,- – € 564,-
Kostenvorteil für das Unternehmen pro Jahr zugunsten des E-Autos – € 474,-
Jedoch ohne Berücksichtigung von Sachbezug und „Unsicherheitsfaktoren“ siehe unten

1) Die Treibstoffberechnung erfolgte näherungsweise wie folgt:
e-Golf: 0,127 kWh/km Verbrach, kalkulatorischer Strompreis € 0,167 netto pro kWh, 15.000 km/Jahr.
Golf: 4,9 l/100 km Verbrauch, kalkulatorischer Benzinpreis € 1,20 brutto pro Liter, 15.000 km/Jahr.

Zusammenfassung:

Die zwei wesentlichen Kostenvorteile bei e-Autos sind die Befreiung der motorbezogenen Versicherungssteuer und die geringen Treibstoffkosten. Generell sind e-Autos NoVA-befreit. Da aber eine allfällige NoVA bei „Normalverwendung ohnehin nicht vergütbar ist, ist es somit nicht entscheidungsrelevant, ob und wieviel NoVA im Gesamtkaufpreis enthalten ist. Wichtig: Bei der Musterberechnung wurde von der Serienausstattung ausgegangen. Modellbedingte Ausstattungsunterschiede wurde nicht miteinbezogen.

Unsicherheitsfaktoren:

Nicht einkalkuliert wurden die Servicekosten. Jene des e-Autos liegen zwar in den ersten Jahren unter jenen des konventionellen KFZ. Ein massiver Kostenanstieg könnte drohen, wenn später die Batterie ausgetauscht werden muss. Hier ist die zukünftige Kostenentwicklung abzuwarten. Aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten kann auch keine Einschätzung bezüglich des Wiederverkaufswertes eines e-Autos gegeben werden.


Dienstnehmersicht:

Für jenen Dienstnehmer, welcher ein e-Auto für private Fahrten nutzt, ergibt sich die Sachbezugsbefreiung. Im Vergleich dazu, muss man beim benzinbetriebenen Golf monatlich 1,5% der Anschaffungskosten von € 22.300,-, das sind € 334,50 pro Monat, als Sachbezug versteuern. Die Ersparnis mit einem e-Auto beträgt für den Dienstnehmer somit jährlich € 4.014,- (12 x 334,5). Die darauf entfallenden Lohnnebenkosten, im Regelfassung rund 30,5% also rund € 1.224,-, zählen ebenfalls zur Ersparnis des Dienstnehmers.

Übersicht über Förderungen für e-Autos:

Es gibt regional unterschiedliche Lands- und Gemeindeförderungen die man beantragen kann. Außerdem bieten manche Hersteller auch eine sogenannte Verschrottungsprämie an, wenn man sein altes Dieselfahrzeug beim Kauf eines e-Autos eintauscht.

Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017

Der Beschäftigungsbonus kann ab dem 01.07.2017 von Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich in Anspruch genommen werden und ist eine EU-Förderung. Ziel ist es, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Der Beschäftigungsbonus ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss zu den Lohnnebenkosten inkl. SVA (ohne DGA). Es soll mit diesem Förderungsprogramm das Wachstum von Unternehmen unterstützt werden, indem man die Dienstgeberlohnnebenkosten bis zu 50% fördert. Diese Förderung kann über eine Dauer von bis zu drei Jahren erhalten werden.

Ein zusätzliches Arbeitsverhältnis im Ausmaß von 38,5 Wochenstunden und eine Beschäftigungsdauer von mindestens vier Monaten sind unter anderem Grundvoraussetzungen für die Nutzung des Programms. Der Beschäftigungsbonus wird einmal jährlich dem antragstellenden Unternehmen im Nachhinein ausbezahlt. Das bedeutet, dass die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus ein Jahr nach dem Beginn des zu fördernden Dienstverhältnisses erfolgt.

 Welcher Beschäftigungsstand wird als Referenzwert herangezogen?

Der Referenzwert wird gebildet aus:

– Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses, welches gefördert werden soll

– und der Anzahl der Beschäftigten, jeweils zum Quartalsende der vier vorangegangenen Quartale

Fällt der Tag vor Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses auf ein Quartalsende, werden nur vier Beschäftigungsstände ermittelt.

Wie wird der Beschäftigungszuwachs ermittelt?

Verglichen wird der ermittelte Referenzwert mit dem zum Abrechnungsstichtag gültigen Beschäftigungsstand. Sofern ein Beschäftigungszuwachs vorliegt, gelangt der Beschäftigungsbonus zur Auszahlung.

Beispiel:

  • Der erste förderbare Vollzeit-Dienstnehmer tritt am 15.08.2017 in das Unternehmen ein. Er ist bei der GKK anzumelden.
  • Der Online-Antrag für den Beschäftigungsbonus ist innerhalb von 30 Tagen bis spätestens 14.09.2017 bei der aws zustellen. Dazu ist eine Registrierung des Dienstgebers unter beschaeftigungsbonus.at notwendig.
  • Der Beschäftigungsstand an den folgenden 5 Stichtagen muss ermittelt werden:
    1. Stichtag: 14. 8. 2017, Beschäftigtenstand vor Eintritt des DN am 15. 8. 2017 = 18 DN
    2. Stichtag: 30. 6. 2017 (letztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN
    3. Stichtag: 31. 3. 2017 (zweitletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 18 DN
    4. Stichtag: 31. 12. 2016 (drittletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 15 DN
    5. Stichtag: 30. 9. 2016 (viertletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN

Als Referenzwert ist der höchste von diesen Werten heranzuziehen (= 18 DN).

  • Die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus erfolgt ein Jahr, nach Beginn des ersten förderfähigen Dienstverhältnisses.

Der Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Förderungsabrechnung (15.08.2018) beträgt 17 Dienstnehmer. Die Förderung wird nicht gewährt, da der Beschäftigungsstand niedriger als der Referenzwert ist.

Wäre der Beschäftigungsstand am 15.08.2018 höher, beispielsweise 19 Dienstnehmer, würde die Förderung gewährt werden.

Welche Mitarbeiter werden gefördert?

Jener der

  • in den letzten 3 Monaten zumindest einmal beim AMS arbeitslos gemeldet gewesen war und entweder österreichischer Staatsbürger, EWR-Bürger im Besitz einer EU-Anmeldebescheinigung oder Drittstaatsangehöriger mit einem geeigneten Aufenthaltstitel (etwa Rot-Weiß-Rot-Karte plus) ist oder
  • in den letzten 12 Monaten zumindest 4 Monate an einer Ausbildung einer österreichischen Bildungseinrichtung teilgenommen hat („Bildungsabgänger“) oder
  • in den letzten 12 Monaten in Österreich mindestens 4 Monate ununterbrochen (voll- oder teilversichert) erwerbstätig gewesen war („Jobwechsler“).
  • keine anderwärtige Förderung erhält.

Einreichung:

Innerhalb von 30 Tagen nach der Einstellung des neuen Mitarbeiters ist die Anmeldung bei der Krankenkasse bei der Förderstelle aws vorzulegen.

Link: https://www.beschaeftigungsbonus.at/antrag-stellen/einreichen/antrag-stellen/

Probleme bei Unternehmen die 2017 neu gegründet wurden:

Der Steuerberater des Unternehmens muss unterschreiben, dass das Unternehmen nicht nur zwecks des Erhalts des Beschäftigungsbonus gegründet wurde.

Weitere Anmerkungen:

Definition „Köpfe“:

Jeder Mitarbeiter zählt als Kopf. Dazu zählen auch Mitarbeiter in der Karenz, der Altersteilzeit oder freie Dienstnehmer. Nicht hinzugezählt werden Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte.

Anzumerken ist, dass auch Praktikanten ein Problem für den Referenzwert darstellen. Sie sind nur kurz im Unternehmen, zählen aber als Köpfe und beeinflussen somit den Referenzwert zu den Quartalen.

Tipp:

Über WEBEKU kann die Zahl der Köpfe leicht ermittelt werden, denn die Dienstnehmer, welche bei der GKK angemeldet sind, sind als Köpfe anzusehen. Nur die Mitarbeiter in der Karenz müssen noch hinzugezählt werden.

Was wird als Bruttobezug angegeben?

Beim Bruttobezug sollte alles enthalten sein, was der Mitarbeiter bekommen wird (Monatszulagen, Überstundenpauschale, Prämien, zuvor schon vereinbarte Gehaltserhöhungen). Alles was der Mitarbeiter nachher noch zusätzlich bekommt, erhöht den ursprünglich gestellten Antrag nicht mehr. Folglich ist es möglich, dass der Bruttobezug im Antrag vom Bruttobezug der Anmeldung bei der GKK abweicht.

Achtung:

Im aws Antrag müssen Mitarbeiterdaten bekanntgegeben werden. Hier ist unbedingt die Zustimmung des Mitarbeiters einzuholen! Dies kann mit einem Zusatzartikel im Dienstvertrag geregelt werden.

Rücknahme des Erstantrages:

Mit einer E-Mail an aws kann man die Rücknahme veranlassen, sofern noch kein Förderungsvertrag ausgestellt wurde.