Elektroauto – Vorteile für Unternehmen und Dienstnehmer


Unternehmersicht:

Vorteile bei der Nutzung von reinen Elektroautos:

  • Bei Anschaffungskosten bis zu brutto € 40.000,- Vorsteuerabzug möglich
    • § 12 Abs 2 Z 2a UstG
  • NoVA-Befreiung
    • § 3 Z 2 NoVAG
  • Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer
    • § 4 Abs 3 Z 6 VersStG
  • Förderungen, da Arbeitsbuch Oberlaa 2017, S 147 ff
  • Niedrigere Treibstoffkosten
  • Dienstnehmer werden vom Sachbezug befreit
    • § 4 Sachbezugswerte-VO

Ein wesentlicher Kostennachteil eines Elektroautos ist der wesentlich hohe Kaufpreis. Ob die oben angeführten Vorteile diesen Nachteil aufwiegen können, soll folgende Musterberechnung zeigen. Diese basiert auf den Preisen und Angeboten im September 2017.

Musterberechnung:

Der Fuhrpark unseres Beispielunternehmens verfügt über diverse Kompaktwagen. Diese werden von Außendienstmitarbeitern im regionalen Umkreis eingesetzt, wobei sich eine Jahreskilometerleistung von rund 15.000 km ergibt. Die Tageskilometerleistung liegt zwischen 50km und 200 km. Anzumerken ist, dass die Dienstnehmer ihre Fahrzeuge auch privat nutzen dürfen und das Unternehmen zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist. Nun soll ein weiteres Fahrzeug angeschafft werden. Diese zwei Modelle stehen zur Auswahl:

  • VW e-Golf als reines E-KFZ, Reichweite bis zu 300km, 136PS/ 100 kW, CO
    2-Ausstoß: 0 g / km, Verbrauch: 127 wH / km, Brutto-Listenpreis EUR 38.690,–
  • VW Golf Comfortline (Benzin) 1,5 TSI, Schaltung, 130PS / 96 kW, CO
    2-Ausstoß: 113 g / km, Verbrauch: 4,8 l / 100 km, Brutto-Listenpreis EUR 26.023,-

Hierbei übersteigt der Listenpreis des e-Golfs jenen des Golf Comfortline um € 12.667,-.

Anschaffung VW e-Golf VW Golf Differenz
1) Kauf des Autos (Kosten brutto bei Händler inklusive USt und NoVA)
Listenpreis    € 38.690,-    € 26.023,-
Mobilitätsbonus – € 1.800,- €    0,-
Sonstiger Rabatt – € 2.290,- – € 3.723,-
Kaufpreis Brutto € 34.600,- € 22.300,- € 12.300,-
2) Minderung des Kaufpreises durch
Vorsteuerabzug – € 5.767,- € 0,-
Förderung Bund – € 1.500,- € 0,-
Anschaffungskosten € 27.333,- € 22.300,- € 5.033,-

Anmerkung: Das Elektroauto ist nun, nach Abzug der Vorsteuer und der Bundesförderung, in der Anschaffung nur noch um € 5.033,- teurer als der Golf Comfortline. Weiters möchten wir berechnen, ob diese übriggebliebenen Kosten des E-Autos im laufenden Betrieb kompensiert werden.

Jährliche Kosten VW e-Golf VW Golf Differenz
Unterschiede im jährlichen Aufwand
Abschreibung (Nutzungsdauer 8 J.) € 3.417,- € 2.788,- + €   629,-
Motorbez. VerSt befreit € 539,- – € 539,-
Treibstoff
1)
€ 318,- € 882,- – € 564,-
Kostenvorteil für das Unternehmen pro Jahr zugunsten des E-Autos – € 474,-
Jedoch ohne Berücksichtigung von Sachbezug und „Unsicherheitsfaktoren“ siehe unten

1) Die Treibstoffberechnung erfolgte näherungsweise wie folgt:
e-Golf: 0,127 kWh/km Verbrach, kalkulatorischer Strompreis € 0,167 netto pro kWh, 15.000 km/Jahr.
Golf: 4,9 l/100 km Verbrauch, kalkulatorischer Benzinpreis € 1,20 brutto pro Liter, 15.000 km/Jahr.

Zusammenfassung:

Die zwei wesentlichen Kostenvorteile bei e-Autos sind die Befreiung der motorbezogenen Versicherungssteuer und die geringen Treibstoffkosten. Generell sind e-Autos NoVA-befreit. Da aber eine allfällige NoVA bei „Normalverwendung ohnehin nicht vergütbar ist, ist es somit nicht entscheidungsrelevant, ob und wieviel NoVA im Gesamtkaufpreis enthalten ist. Wichtig: Bei der Musterberechnung wurde von der Serienausstattung ausgegangen. Modellbedingte Ausstattungsunterschiede wurde nicht miteinbezogen.

Unsicherheitsfaktoren:

Nicht einkalkuliert wurden die Servicekosten. Jene des e-Autos liegen zwar in den ersten Jahren unter jenen des konventionellen KFZ. Ein massiver Kostenanstieg könnte drohen, wenn später die Batterie ausgetauscht werden muss. Hier ist die zukünftige Kostenentwicklung abzuwarten. Aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten kann auch keine Einschätzung bezüglich des Wiederverkaufswertes eines e-Autos gegeben werden.


Dienstnehmersicht:

Für jenen Dienstnehmer, welcher ein e-Auto für private Fahrten nutzt, ergibt sich die Sachbezugsbefreiung. Im Vergleich dazu, muss man beim benzinbetriebenen Golf monatlich 1,5% der Anschaffungskosten von € 22.300,-, das sind € 334,50 pro Monat, als Sachbezug versteuern. Die Ersparnis mit einem e-Auto beträgt für den Dienstnehmer somit jährlich € 4.014,- (12 x 334,5). Die darauf entfallenden Lohnnebenkosten, im Regelfassung rund 30,5% also rund € 1.224,-, zählen ebenfalls zur Ersparnis des Dienstnehmers.

Übersicht über Förderungen für e-Autos:

Es gibt regional unterschiedliche Lands- und Gemeindeförderungen die man beantragen kann. Außerdem bieten manche Hersteller auch eine sogenannte Verschrottungsprämie an, wenn man sein altes Dieselfahrzeug beim Kauf eines e-Autos eintauscht.

Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017

Der Beschäftigungsbonus kann ab dem 01.07.2017 von Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich in Anspruch genommen werden und ist eine EU-Förderung. Ziel ist es, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Der Beschäftigungsbonus ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss zu den Lohnnebenkosten inkl. SVA (ohne DGA). Es soll mit diesem Förderungsprogramm das Wachstum von Unternehmen unterstützt werden, indem man die Dienstgeberlohnnebenkosten bis zu 50% fördert. Diese Förderung kann über eine Dauer von bis zu drei Jahren erhalten werden.

Ein zusätzliches Arbeitsverhältnis im Ausmaß von 38,5 Wochenstunden und eine Beschäftigungsdauer von mindestens vier Monaten sind unter anderem Grundvoraussetzungen für die Nutzung des Programms. Der Beschäftigungsbonus wird einmal jährlich dem antragstellenden Unternehmen im Nachhinein ausbezahlt. Das bedeutet, dass die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus ein Jahr nach dem Beginn des zu fördernden Dienstverhältnisses erfolgt.

 Welcher Beschäftigungsstand wird als Referenzwert herangezogen?

Der Referenzwert wird gebildet aus:

– Anzahl der Beschäftigten VOR Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses, welches gefördert werden soll

– und der Anzahl der Beschäftigten, jeweils zum Quartalsende der vier vorangegangenen Quartale

Fällt der Tag vor Entstehung des ersten zusätzlichen Arbeitsverhältnisses auf ein Quartalsende, werden nur vier Beschäftigungsstände ermittelt.

Wie wird der Beschäftigungszuwachs ermittelt?

Verglichen wird der ermittelte Referenzwert mit dem zum Abrechnungsstichtag gültigen Beschäftigungsstand. Sofern ein Beschäftigungszuwachs vorliegt, gelangt der Beschäftigungsbonus zur Auszahlung.

Beispiel:

  • Der erste förderbare Vollzeit-Dienstnehmer tritt am 15.08.2017 in das Unternehmen ein. Er ist bei der GKK anzumelden.
  • Der Online-Antrag für den Beschäftigungsbonus ist innerhalb von 30 Tagen bis spätestens 14.09.2017 bei der aws zustellen. Dazu ist eine Registrierung des Dienstgebers unter beschaeftigungsbonus.at notwendig.
  • Der Beschäftigungsstand an den folgenden 5 Stichtagen muss ermittelt werden:
    1. Stichtag: 14. 8. 2017, Beschäftigtenstand vor Eintritt des DN am 15. 8. 2017 = 18 DN
    2. Stichtag: 30. 6. 2017 (letztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN
    3. Stichtag: 31. 3. 2017 (zweitletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 18 DN
    4. Stichtag: 31. 12. 2016 (drittletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 15 DN
    5. Stichtag: 30. 9. 2016 (viertletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 16 DN

Als Referenzwert ist der höchste von diesen Werten heranzuziehen (= 18 DN).

  • Die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus erfolgt ein Jahr, nach Beginn des ersten förderfähigen Dienstverhältnisses.

Der Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Förderungsabrechnung (15.08.2018) beträgt 17 Dienstnehmer. Die Förderung wird nicht gewährt, da der Beschäftigungsstand niedriger als der Referenzwert ist.

Wäre der Beschäftigungsstand am 15.08.2018 höher, beispielsweise 19 Dienstnehmer, würde die Förderung gewährt werden.

Welche Mitarbeiter werden gefördert?

Jener der

  • in den letzten 3 Monaten zumindest einmal beim AMS arbeitslos gemeldet gewesen war und entweder österreichischer Staatsbürger, EWR-Bürger im Besitz einer EU-Anmeldebescheinigung oder Drittstaatsangehöriger mit einem geeigneten Aufenthaltstitel (etwa Rot-Weiß-Rot-Karte plus) ist oder
  • in den letzten 12 Monaten zumindest 4 Monate an einer Ausbildung einer österreichischen Bildungseinrichtung teilgenommen hat („Bildungsabgänger“) oder
  • in den letzten 12 Monaten in Österreich mindestens 4 Monate ununterbrochen (voll- oder teilversichert) erwerbstätig gewesen war („Jobwechsler“).
  • keine anderwärtige Förderung erhält.

Einreichung:

Innerhalb von 30 Tagen nach der Einstellung des neuen Mitarbeiters ist die Anmeldung bei der Krankenkasse bei der Förderstelle aws vorzulegen.

Link: https://www.beschaeftigungsbonus.at/antrag-stellen/einreichen/antrag-stellen/

Probleme bei Unternehmen die 2017 neu gegründet wurden:

Der Steuerberater des Unternehmens muss unterschreiben, dass das Unternehmen nicht nur zwecks des Erhalts des Beschäftigungsbonus gegründet wurde.

Weitere Anmerkungen:

Definition „Köpfe“:

Jeder Mitarbeiter zählt als Kopf. Dazu zählen auch Mitarbeiter in der Karenz, der Altersteilzeit oder freie Dienstnehmer. Nicht hinzugezählt werden Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte.

Anzumerken ist, dass auch Praktikanten ein Problem für den Referenzwert darstellen. Sie sind nur kurz im Unternehmen, zählen aber als Köpfe und beeinflussen somit den Referenzwert zu den Quartalen.

Tipp:

Über WEBEKU kann die Zahl der Köpfe leicht ermittelt werden, denn die Dienstnehmer, welche bei der GKK angemeldet sind, sind als Köpfe anzusehen. Nur die Mitarbeiter in der Karenz müssen noch hinzugezählt werden.

Was wird als Bruttobezug angegeben?

Beim Bruttobezug sollte alles enthalten sein, was der Mitarbeiter bekommen wird (Monatszulagen, Überstundenpauschale, Prämien, zuvor schon vereinbarte Gehaltserhöhungen). Alles was der Mitarbeiter nachher noch zusätzlich bekommt, erhöht den ursprünglich gestellten Antrag nicht mehr. Folglich ist es möglich, dass der Bruttobezug im Antrag vom Bruttobezug der Anmeldung bei der GKK abweicht.

Achtung:

Im aws Antrag müssen Mitarbeiterdaten bekanntgegeben werden. Hier ist unbedingt die Zustimmung des Mitarbeiters einzuholen! Dies kann mit einem Zusatzartikel im Dienstvertrag geregelt werden.

Rücknahme des Erstantrages:

Mit einer E-Mail an aws kann man die Rücknahme veranlassen, sofern noch kein Förderungsvertrag ausgestellt wurde.